Oh Schreck, das Kind ist krank! Meine (bisherigen) Learnings zum Thema Vereinbarkeit...

Dieser Blogartikel läuft unter dem Motto: Was das Leben mich lehrt - diesmal: zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die letzte Woche war in dieser Beziehung mal wieder eine gute Lektion, und meine Erkenntnisse teile ich hier gern. Was war passiert? Der Klassiker: Das kranke Kind. In einer Woche, die von allen vier Wochen im Januar die arbeitsintensivste hätte sein sollen: Eine von mir organisierte Abendveranstaltung und ein zweitägiger Businesstrip nach Mannheim standen auf dem Plan; die Kindesbetreuung sorgfältig geplant und Wochen im Voraus organisiert. Aber dann kam alles anders... 

Böse Vorahnung am Montagmorgen

Ich habe es schon kommen sehen: Spätestens als das Kind am Montagmorgen ungewöhnlich lange schlief und nach dem Aufstehen kaum Hunger hatte, war uns Eltern klar, da stimmt was nicht. Noch war sie fit, ja - aber wie lange noch? Wir wussten es nicht. Also entschied' ich: Kita bis zum Mittag und dann Mittagsschlaf (weil dort länger) zuhause. Vielleicht würde es dann gar nicht so schlimm werden. Diese Hoffnung musste ich aufgeben, als ich mich nachmittags mit einem fiebernden Kind auf dem Sofa wiederfand. Sie schlief und schlief und schlief - und das quasi bis Donnerstagmorgen um 4.30 Uhr. Der einzige Haken: Sie schlief nur mit Körperkontakt und das garantiert in der Position, in der mir etwas anderes als Fernsehen und ein bisschen auf dem Smartphone rumtippen kaum möglich war. Immerhin: Die Abendveranstaltung konnte ich wahrnehmen; den Businesstrip gen Süden am Donnerstag habe ich dann aber, auch unter Berücksichtigung des Wetters, abgesagt. Und so wurde aus der arbeitsreichsten die entspannteste Woche des Monats... 

Was habe ich daraus gelernt?

Auch wenn es nicht das erste Mal war, dass unsere Tochter krank zuhause bleiben musste, habe ich doch wieder einiges gelernt. Oder zumindest (wieder-)erkannt. Hier meine Top 5: 

  1. Wie so oft schon ist mir klar geworden: Meine Prioritäten sind solange relevant wie das Kind sich an die Planung hält. Wird es krank, ist das Priorität. Ohne wenn und aber. Dann geht es nur noch darum, das Mindeste zu organisieren und sich gut abzustimmen mit allen Beteiligten. By the way: Wer war eigentlich Eisenhower und hatte der ein Kind?
  2. Die Entscheidung, dass das so ist, habe ich bzw. haben wir nicht erst letzte Woche getroffen, sondern schon in dem Moment, als wir uns für die Familiengründung entschieden (auch wenn es uns da vielleicht noch nicht so bewusst war). In solchen Situationen wie in der letzten Woche kommt es dann darauf an, zu dieser Entscheidung auch zu stehen. Es bringt also nichts, sich zu ärgern oder zu schimpfen; es ist, wie es ist - und es ist gut, das so zu akzeptieren und sich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren. 
  3. Natürlich war es hilfreich, dass ich viel vorbereitet hatte. Seitdem uns unser Kind krankheitsbedingt das erste Mal aus der (Berufs-)Bahn geworfen hat, arbeite ich immer mit so viel Vorlauf, dass ich mindestens fünf Tage vorher fertig bin oder zumindest nur noch kleine Aufgaben übrig bleiben, die entweder andere Personen übernehmen können oder deren Nicht-Erfüllung auch kein Beinbruch ist. Ich tue also so, als ob das Seminar/das Fristende/die Veranstaltung schon fünf Tage früher ist und plane meine To-Do's dementsprechend. So bin ich Eventualitäten jeglicher Art gewappnet. Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt...
  4. Plan B: Die erste Frage, die ich mir stelle, wenn ich große Dinge plane, lautet immer "Was ist, wenn...?" Man kann eben nicht darauf vertrauen, dass es immer so läuft wie geplant. Das Leben mit Kind ist komplex und manchmal völlig unvorhersehbar - im positiven wie im negativen Sinne. Da ist es gut, wenn ein Plan B existiert (nicht nur im eigenen Kopf, sondern mit allen Beteiligten abgestimmt). 
  5. Gleichzeitig, und auch das gehört für mich dazu: Das Vertrauen auf die eigene Intuition. Ich habe am Montag geahnt, dass die Woche ganz anders verläuft als geplant und dementsprechend Montagfrüh noch die nötigsten Dinge angeschoben. Das hat mir die nötige Gelassenheit gegeben, mich den Rest der Zeit auf das Kind zu konzentrieren. 

Mein Fazit: Es ist immer wieder eine Herausforderung, wenn die eigenen Pläne derart durchkreuzt werden - aber mit ein paar organisatorischen Kniffen und, viel wichtiger, der richtigen Einstellung, kann man auch das meistern. Und wer weiß: Vielleicht bewahrt einen der "erzwungene Hausarrest" ja auch vor sturmbedingten Notübernachtungen irgendwo im Nirgendwo (oder anderen Katastrophen)...  

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Lena (Dienstag, 23 Januar 2018 22:08)

    Liebe Isi,
    das hast Du super beschrieben! Und vor allem das mit dem "Vorarbeiten" und dem Plan B kommt mir sehr bekannt vor. Viele liebe Grüße aus Braunschweig...