"Work is not a job" - sagt Catharina Bruns

Zugegebenermaßen: Das Buch ist nicht neu. Warum es mir erst dieses Jahr in die Hände fiel, weiß ich nicht. Erschienen ist es schon 2013, an Gültigkeit hat es aber seitdem nicht verloren. Worum geht's? Kurzum, "Arbeit" eine neue Bedeutung zu geben, sie nicht mehr nur als "Job" zu sehen - um am Ende mit der Arbeit das Leben zu führen, das man sich wünscht (statt darunter zu leiden, dass die Arbeit einen davon abhält, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten). Ausgehend von ihrem workisnotajob.Manifest beschreibt Catharina Bruns in drei Teilen, wie eine andere Haltung zur Arbeit aussehen kann und gibt einige inspirierende Denkanstöße.

Teil 1: Arbeit neu denken

Im ersten Teil nimmt Bruns einige Begriffe auseinander und schafft grundlegende Definitionen. So unterscheidet sie beispielsweise "Job", "Karriere" und "Berufung" - letztere sei die erstrebenswerte Sichtweise für unsere Arbeit, bedeutet sie doch, das man im Einklang mit sich selbst "schöpferisch" tätig ist. Nur mit einer unternehmerischen Grundeinstellung (Stichwort: Entrepreneurship) lassen sich Träume umsetzen, die dann auch zum Erfolg führen - wobei Erfolg sich auf das Tun bezieht, und nicht auf den Besitz. Man solle "lieben, was man tut" (statt "tun, was man liebt"), denn darin stecke die bewusste Entscheidung für eine Tätigkeit, die einem etwas bedeutet.

 

Teil 2: Revolution beginnt im Herzen

Mein Lieblingskapitel: Der Mutmach-Teil, der auffordert, sich auf die eigenen Talente und die Intuition zu verlassen und gleichzeitig die Bedeutung von Aktivität, Empathie und Multidimensionalität betont. Lieblingssatz: "Wer eine Revolution der Arbeitswelt verlangt, der muss es als seine persönliche Arbeit ansehen, sein Tun nicht nur als Job zu verstehen" (S. 160).

 

Teil 3: Die einen nennen es Arbeit. Wir nennen es Leben.

Die letzten 60 Seiten fassen im Prinzip zusammen, was vorher schon mehrfach angedeutet wurde: Man soll auf den eigenen Weg vertrauen, seine eigene Vision entwickeln, authentisch bleiben und sich das, was man (in der Arbeit) vermisst, selbst machen - also zum Gestalter werden.

 

Bildergalerie: Die schönsten Illustrationen

Für mich ein großer Pluspunkt des Buchs: Die tollen Bilder, die auf min. jeder vierten Seite zu finden sind. Die schönsten habe ich hier mal zusammengestellt:

Fazit: Ein wunderbares Layout und einiges an Inspiration, wenngleich sich einige Gedankengänge (etwas pathetisch) wiederholen. Dennoch: durchaus lesenswerte Denkanstöße für alle, die anders arbeiten wollen.