Ich schreibe, also denk' ich...

© contrastwerkstatt - Fotolia.com
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Hin und wieder tut es gut, sich mal mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sich mal zu fragen: Was beschäftigt mich gerade? Was ist mir wichtig? Wer bin ich eigentlich? Natürlich geht das am besten, wenn man sich Zeit nimmt und idealerweise noch ein Gegenüber hat, was die Nabelschau durch die ergänzende Außenperspektive ins rechte Licht rückt. Aber manchmal fehlt die Zeit und die Ruhe, um sich der Selbstreflektion in aller Ausführlichkeit zu widmen. Was dann helfen kann ist eine Methode, die ich immer wieder gern in Workshops einsetze und die ich dir heute vorstellen möchte: Das Schreibdenken.

 

Was ist Schreibdenken?

Vor einigen Jahren war ich auf einer Veranstaltung zu Hochschuldidaktik - dort wurde uns das Schreibdenken nach Ulrike Scheuermann zur Entwicklung der Schreibkompetenz vorgestellt. Es funktioniert im Prinzip ganz einfach (und wie der Name schon sagt): Man schreibt ungefiltert das auf, was einem so durch den Kopf geht. Es kommt nicht darauf an, den Text besonders gut zu formulieren oder besonders schön zu schreiben - ganz im Gegenteil: Der schreibgedachte Text ist per se nur für den Autor, und es geht vor allem darum, in kurzer Zeit und schnell zu schreiben. Vorteil: Man fokussiert sich unglaublich schnell und ist ebenso schnell im Flow. Und: Es treten Gedanken zu Tage, die man sich sonst vielleicht nicht in der Form gestattet. Gerade deswegen ist Schreibdenken so wunderbar geeignet für eine schnelle, ehrliche Selbstreflektion zu unterschiedlichsten Themen und Fragestellungen.

 

Schreibdenken zur Selbstreflektion

In meinen Workshops setze ich Schreibdenken immer dann ein, wenn ich meine Teilnehmer zur Klärung ihrer Werte und ihrer Lebensvision bewegen will. Dann lasse ich sie Reden zu ihrem 90. Geburtstag schreibdenken (diese Übung findest du auch hier). Schreibdenken lässt sich auch einsetzen, um

  • sich (für den Tag/die Woche/eine Aufgabe) zu fokussieren,
  • Rückschau zu halten,
  • Ideen zu sammeln,
  • Gedanken zu einem Thema zu bündeln,
  • Vor- und Nachteile innerlich zu diskutieren oder
  • herauszufinden, warum sich gerade so fühlt, wie man sich fühlt.

Alles, was du brauchst, ist ein Zettel, ein Stift und 5 Minuten Zeit - und dann geht's einfach los: Schreib' auf, was dir durch den Kopf schießt. Wenn du das Gefühl hast, da ist nichts, wiederhole die Überschrift oder die Frage oder das letzte geschriebene Wort, bis dir wieder was neues einfällt. Entscheidend ist, dass du deinen Gedanken mit der entsprechenden Neugierde gegenüber trittst und sie geschehen lässt. Indem du hinterher dann deinen schreibgedachten Text auswertest, legst du den Fokus auf das Wesentliche und für dich Wichtige.

 

5 Ideen für die Beschäftigung mit dir selbst

Du hast Lust, Schreibdenken einmal auszuprobieren - aber gerade keine Idee, wie du es angehen sollst? Hier meine Vorschläge für (positive) Gedanken:

© tashatuvango - Fotolia.com
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  • Was mag ich an mir?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Wie sieht mein perfekter Tag aus?
  • Wenn ich jeden Tag eine Stunde geschenkt bekäme - wofür würde ich sie nutzen?
  • Was will ich heute/diese Woche/dieses Jahr erreichen?

...an die Stifte, fertig, los!

 

Viel Spaß beim Schreiben, denken und mit neuen Erkenntnissen!

 

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