Gut (und kreativ) organisiert mit dem Bullet Journal

Welch ein Glück für mich! Da komme ich im Oktober aus der Babypause und entdecke einen neuen Trend: "Bullet Journaling". Der Designer Ryder Carroll hat diese Methode für eine effektive Selbstorganisation erfunden - als "analog system for the digital age": Mit Notizbuch und Stift schafft man sich dabei seine eigene Agenda, die mehr beinhaltet als nur eine To-Do-Liste: Tagebuch, Notizen, Kritzeleien... Während Carrol im Original sehr minimalistisch vorgeht und mit nur wenigen Codierungen arbeitet, hat sich daraus ein weltweiter Trend entwickelt, dessen Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind...

 

Alles kann, nichts muss

Das Schöne am Bullet Journaling: Jeder kann sein Journal so gestalten, wie es für ihn am meisten Sinn macht. Entweder minimalistisch klar wie vom Erfinder vorgeschlagen, oder ideenreich und bunt wie die vielen anderen, die seine Idee aufgegriffen haben. Wer Freude an Kreativität hat, kann sich hier voll ausleben und malen, layouten und handlettern, was das Zeug hält. Dieses (sehr ausgiebige) "Flip through video" zeigt, wie das aussehen könnte.

 

Wie funktioniert's?

Es ist eigentlich ganz einfach: Du brauchst einen Stift und ein Notizbuch. Idealerweise hat das Buch schon Seiten, denn wichtigstes Element des Bullet Journals ist das Inhaltsverzeichnis ganz am Anfang (zur besseren Übersicht). Hier notierst du, welche Inhalte sich auf welcher Seite befinden - wie ein Buch, dessen Kapitel nach und nach gefüllt werden.

 

Kalendarische Übersicht

Als nächstes kommt ein Jahreskalender, den du über einige Seiten (so, wie es eben für dich passt) verteilst. Danach kommt die Monatsübersicht für den nächsten Monat, und dann auch schon die aktuelle Woche. Hier kannst du zum Beispiel auf einer Doppelseite links die Wochentage und rechts die Aufgaben festhalten, die du in dieser Woche erledigen willst. Wenn dir die Aufteilung noch zu grob ist, kannst du auch jedem Tag eine Seite widmen, oder zwei Tage auf einer Seite verteilen, oder... Am besten probierst du einfach aus, was für dich und deine Bedürfnisse gut funktioniert (das kann sich durchaus auch von Woche zu Woche unterscheiden).

 

Wichtig: Eine klare Codierung

Entscheidend (neben dem Inhaltsverzeichnis): Ein Code-System, das für dich übersichtlich ist und Orientierung schafft. Das kann (du ahnst es schon: muss aber nicht) so aussehen:

 

Und sonst noch?

Alles, was für dich wichtig ist, findet Platz im Bullet Journal. Du kannst tracken, ob du selbst gesetzte Ziele erreicht hast; du kannst Notizen aus Gesprächen sammeln; eigene Gedanken und Ideen festhalten; Listen anlegen; die Übersicht über deine Finanzen behalten... Wie gesagt: Alles kann, nichts muss.

 

Mein Fazit:

Natürlich habe ich das Bullet Journal gleich ausprobiert. Gerade nach meiner längeren Auszeit hat es mir geholfen, wieder im Alltag anzukommen und mich gut zu organisieren. Dass ich das System dabei ständig verändern und an meine Bedürfnisse anpassen kann, ist ein großer Vorteil. So habe ich zum Beispiel keine Jahres- und Monatsübersicht, weil ich einen digitalen Kalender nutze - den nutze ich dann, wenn ich Sonntagabend meine nächste Woche plane. Auch längerfristige Aufgaben sammle ich nachwievor digital, so dass sie in der Wunderlist aufploppen, wenn sie akut werden.

 

Inspiration für die Gestaltung finde ich im Netz, vor allem Instagram ist eine verlässliche Quelle. Ich gestalte jede Wochenübersicht anders und probiere verschiedene "Designs" aus. Vielleicht braucht das mehr Zeit als mit einem vorgefertigten Kalender - aber mir macht es auch mehr Spaß.

 

Ein weiterer Vorteil: In meinem Bullet Journal findet mein ganzes Leben Platz, sowohl das berufliche, als auch das private - und das fühlt sich sehr nach Work-Life-Integration an :)

 

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