Die Vorweihnachtszeit: Gemütliche Besinnung oder Stress pur?

© Masson - Fotolia.com
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Dezember, Vorweihnachtszeit: Die Zeit des Jahres, in der man sich zum gemütlichen Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt trifft, in der man sich beim Plätzchenbacken dessen besinnt, was wirklich zählt im Leben und in der man zu Bachs Weihnachtsoratorium die liebevoll ausgewählten Geschenke einpackt. So weit zumindest die Theorie. Die Praxis sieht oft anders aus: Auf dem Weihnachtsmarkt ist es oft so voll, dass man kaum einen Stehplatz findet - schließlich ist das gemeinsame Glühweintrinken schon fast obligatorisch, vor allem, wenn man sich das ganze Jahr über nicht gesehen hat. Die Plätzchen-Back-Aktion wird, statt entspannt an einem ganzen Tag häufig schnell zwischendurch erledigt; und die Geschenke, die bestellt man am besten schon in Geschenkpapier eingewickelt online. Tatsächlich hört man dieser Tage häufiger ein entsetztes "WAAS? In zwei Wochen ist schon Weihnachten??". Grund genug, einmal zu schauen, wo sie den bleibt, unsere Zeit - damit im nächsten Jahr Weihnachten vielleicht doch nicht so überraschend kommt.

Ein Tag hat 1440 Minuten

Wie verbringen wir diese Zeit aber genau? Ca. 400 Minuten (das entspricht gut sechseinhalb Stunden) davon schlafen wir im Schnitt, ca. 500 Minuten (das sind etwa 8 Stunden) sind wir bei der Arbeit. Übrig bleiben dann noch 540 Minuten, also volle 9 Stunden. Bleiben noch 540 Minuten übrig. Statistiken (Quellen: P.M. Fragen & Antworten, Statista) zeigen, dass wir die nicht unbedingt so füllen, dass am Ende des Jahres noch Zeit für Plätzchen und Co. übrig bleiben...


Der tägliche Zeitvertreib im Durchschnitt...

Wir telefonieren im Schnitt 28 Minuten am Tag. 105 Minuten verbringen wir mit Essen und Trinken. Und im Jahr 2013 schaute der durchschnittliche Deutsche ganze 221 Minuten fern – das sind mehr als dreieinhalb Stunden! Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es vor allem in Bezug auf die Zeit in der Küche: Frauen verbringen darin 65 Minuten, Männer nur 28. Dafür nehmen sich (laut Statistik) die Männer mehr Zeit für ihre Hobbies: nämlich 20 Minuten. Bei Frauen sind es nur 8 Minuten. Im Bad verbringen beide ähnlich viel Zeit: ca. 30 Minuten.


...und für die Lebenszeit summiert

Wenn man all diese Zahlen in einem ganzen Leben zusammenzählt, kommt man auf:

  • 23 Jahre, die wir schlafend verbringen,
  • 6 Jahre, in denen wir zuhause essen und
  • 1,45 Jahre, die wir in Restaurants essen,
  • 12 Jahre vor der Glotze und nochmal 12, in denen wir uns mit anderen unterhalten,
  • 8 Jahre im Job,
  • 5 Jahre Warten in Wartezimmern bei Ärzten und Behörden,
  • 1,5 Jahre Putzen,
  • 1 Jahr im Kino, in Konzerten oder im Theater,
  • 9 Monate, in denen wir mit unseren Kindern (sofern vorhanden) spielen – genauso lange waschen und bügeln wir,
  • nochmal 9 Monate, die Frauen vor dem Kleiderschrank verbringen und überlegen, was sie anziehen sollen,
  • 8 Monate, in denen wir nichts anderes tun als E-Mails zu löschen,
  • 6 Monate, die wir auf der Toilette verbringen, weitere 6 Monate stehen wir vor roten Ampeln,
  • 3 Monate, in denen wir uns die Zähne putzen,
  • und ganze 4 Tage, die wir damit verbringen, unsere Schnürsenkel zuzubinden.

Auch wenn einige Dinge davon unumgänglich sind: Einige Zeitfresser verbergen sich da schon, oder? Ich bin mir sicher, dass durch eine Optimierung hier und da (z.B. weniger Fernsehen, besser genutzte Wartezeiten oder einen gut organisierten Kleiderschrank) einige Minuten sparen ließen - Zeit, die am Ende helfen kann, die Vorweihnachtszeit so zu verbringen, wie wir alle es uns wünschen: besinnlich und entspannt.


P.S.: Diese Zahlen und noch mehr Tipps für ein besseres Selbstmanagement finden sich in meinem Buch "Get Organized", dass im März 2016 im Campus Verlag erscheint.

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