Ein neues Buch über die Generation Y: Glück schlägt Geld

"Glück schlägt Geld - Generation Y: Was wir wirklich wollen" - Kerstin Bund hat geschafft, was schon viele vor ihr versucht haben: Sie hat ein Portrait ihrer Generation geschrieben und dabei ganz deutlich aufgezeigt, was sich durch diese Generation in der Arbeitswelt verändern wird. Authentisch, verständlich und wegweisend - eines der besten Bücher, die mir zum Thema bislang untergekommen sind. Und bei der Buchvorstellung gestern Abend im Murmann Verlag wurde ganz deutlich: Es regt an zu Diskussionen mit Xern, Babyboomern und Veteranen (die bisweilen humorvoll und etwas provokant dargestellt werden) - und fördert so hoffentlich den intergenerationellen Dialog, den die Arbeitswelt so dringend braucht. Der Wertewandel, der mit der Generation Y einher geht, bietet nämlich, neben den Schwierigkeiten, die ach so häufig beklagt werden, deutlich mehr Chancen.

 

Wer wir sind und was wir wollen

Kerstin Bund beginnt mit einer ausführlichen Beschreibung der Generation Y, die auch ihre eigene ist. So untermauert sie die Darstellung mit zahlreichen Anekdoten aus ihrem eigenen Leben, die dem Leser oft ein Lächeln auf die Lippen zaubern und Gedanken wie "ja, genau!". Sie erklärt, warum wir unsere eigenen Kinder genauso erziehen wollen, wie unsere Eltern uns erzogen haben, warum wir entgegen der weitläufigen Meinung keine Technikfreaks, sondern nur Abhängige sind (Stichwort FOMO) und was wir dann doch anders machen wollen als unsere Eltern - vor allem im Arbeitsleben.

 

Veteranen, Babyboomer und Generation X

Nicht nur, dass sie ihre eigene Generation umschreibt - auch die Generationen vor uns, die uns das (Arbeits-)Leben manchmal so schwer machen, werden in kurzen, provokativen Abschnitten charakterisiert. Da wird Helmut Schmidt als der "Vorzeige-Veteran" genannt, die Babyboomer als diejenigen mit den goldenen Manschettenknöpfen und die Generation X als "orientierungslos, hedonistisch" und "unkritisch" beschrieben. Auch wenn sie alle nicht so gut wegkommen in diesem Abschnitt - Kerstin Bund hat doch Hoffnung, dass wir am Ende doch alle an einem Strang ziehen.

 

Geben und Nehmen

Nicht nur einzelne Kollegen können von den Forderungen der Generation Y nach guter Führung, besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Freiheiten, profitieren - auch die Unternehmen profitieren: die Generation Y bringt Innovation, Vielfalt, Internationalität und Kreativität mit. Dazu erforderlich ist ein Dialog auf Augenhöhe: wir sind bereit, bei der Arbeit viel zu leisten, wenn wir mit unseren Wünschen und Vorstellungen respektiert und ernst genommen werden. Und mal im Ernst, wer mit den Manschettenknöpfen will das nicht?

 

Fazit: 100% Leseempfehlung

Für alle, die die Generation Y verstehen wollen und mit humorvollen Provokationen umgehen können - und verstehen, dass die "Generation Y" viel mehr ein Wertesystem als eine Geburtskohorte darstellt.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea Müller (Freitag, 08 August 2014 05:29)

    Gute und spannende Gedanken, die ich hier am frühen Morgen durch "Zufall" lesen kann, und mir fällt dazu spontan ein - bitte, bitte melden Sie sich unbedingt mal bei Axel Schmidt-Gödelitz - www.ost-west-forum.de - er hat im Rahmen seiner zahlreichen Aktivitäten eine Werte-Akademie geschaffen, die meiner Meinung nach genau solche jungen Menschen mit Ideen und Engagement wie Sie braucht, um unsere Gesellschaft im Ganzen vorwärts zu bringen. Ich bin im Übrigen eine vom Jahrgang 1965 und meine Kinder ( geb. 1988, 1989, 1992) beginnen gerade ihre verschiedenen Wege in die berufliche Zukunft. Ansonsten freue ich mich auf eine Nachricht und verbleibe mit freundlichen Grüßen...
    Andrea Müller