Wie Generationen im Unternehmen zusammenbringen? Zum Beispiel mit: Mentoring

© tashatuvango - Fotolia.jpg
© tashatuvango - Fotolia.jpg

Mentoring-Programme gibt es mittlerweile unzählige. In verschiedenen Konstellationen und mit unterschiedlichen Zielgruppen treffen zumeist Ältere auf überwiegend Jüngere, um diese in ihrer Entwicklung zu unterstützen: In Schulen, Universitäten, in Unternehmen; in Netzwerken, Organisationen, oder ganz ohne formalen Rahmen. Ähnlich wie die Göttin Athene damals Telemach, den Sohn des Odysseus, in Gestalt von Mentor unterstützt hat, sollen auch heute noch Mentoren/Mentorinnen ihren Schützlingen beratend zur Seite stehen. Warum das für beide Seiten ein Gewinn ist und gerade für die Generation Y gut geeignet, lesen Sie hier.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Die Teilnahme an einem Mentoring-Programm nutzt nicht nur dem Mentee, sondern auch dem Mentor (der besseren Lesbarkeit wegen schreibe ich fortan in der männlichen Form) und der durchführenden Organisation.

 

Als Mentee...

... profitiert man nicht nur vom Erfahrungsschatz des Mentors. Mentees werden durch regelmäßiges Feedback und angeleiteter Reflexion in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt. So können sie ihr Selbstmanagement verbessern, sich ihrer Stärken und Talente bewusst werden und Entwicklungspotential definieren. Indem sie mit ihrem Mentor akute Ereignisse ihres Lebens besprechen, können sie dabei an aktuellen Beispielen lernen. Durch den Austausch mit ihrem Mentor erweitern die Mentees ihre Perspektive, können neue Problemlösestrategien entwickeln und werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Vor allem für Studenten und Berufseinsteiger interessant ist auch die Karriereplanung mit einem Mentor, der schon länger im Berufsleben steht und so Einblicke gewähren kann. Ein weiterer Pluspunkt kann das Netzwerk des Mentors sein.

 

Nutzen für Mentoren

Mentoren macht es, so meine Erfahrung, oft zunächst einmal viel Spaß, ihre Erfahrungen weiterzugeben und sich mit jüngeren Personen über ihren Karriereweg auszutauschen. Sie kommen durch das Mentoring oft selbst noch einmal dazu, ihre Karriereschritte zu reflektieren und eigene Verhaltensweisen zu hinterfragen. Häufig hilft ihnen der Kontakt zu jüngeren Kollegen auch, ihr eigenes Führungsverhalten weiterzuentwickeln.

 

Die ganze Organisation...

...oder ein Unternehmen hat durch ein Mentoring-Programm ebenfalls zahlreiche Nutzengewinne: Es leistet internes Wissensmanagement, d.h. das Wissen der Älteren wird an die Jüngeren weitergegeben. Es unterstützt den Transfer von z.B. in Workshops oder Trainings gewonnenen Erkenntnissen in den Alltag. Es stärkt die Bindung ans Unternehmen bzw. die Organisation: der Älteren, weil sie sich in ihrer Rolle als Mentor gewürdigt fühlen; der Jüngeren, weil sie sich als Nachwuchskraft gewertschätzt fühlen. Es entlastet die Personalentwicklung, weil sie nicht mehr allein für das Talentmanagement zuständig ist, sondern mit den Mentoren zusammenarbeiten kann. Außerdem kann ein Mentoring-Programm einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenskultur liefern, in dem es Raum für Kooperation, Offenheit und Austausch jenseits von Hierarchien schafft. 

© aliasching - Fotolia.com
© aliasching - Fotolia.com

Der Ablauf von Mentoring

Idealerweise treffen sich Mentee und Mentor alle vier bis sechs Wochen zu einem persönlichen Gespräch. Die Verantwortung für die Terminfindung und die Initiative liegen dabei typischerweise beim Mentee, der seinen Mentor kontaktiert und inhaltiche Anliegen hervorbringt. Der Mentor sollte dann aber das Gespräch moderieren und strukturieren und durch Feedback und Fragen dem Mentee helfen, eine individuelle Lösung für sein Anliegen zu finden. Zwischen den persönlichen Treffen kann der Kontakt per Mail oder Telefon aufrecht erhalten werden. Viele Mentees nutzen auch die Möglichkeit des Shadowing und begleiten ihren Mentor hin und wieder zu Terminen oder über einen Arbeitstag. Außerdem kann der Mentor interessante Kontakte vermitteln und so das Netzwerk des Mentees erweitern. Die formelle Länge eines Mentoring-Programms ist variabel und geht von 3 Monaten bis hin zu einem Jahr und kann durch ein entsprechendes Rahmenprogramm begleitet werden (Kick-Off, Abschlussveranstaltung, Workshops). Viele Tandems bleiben aber auch über das offizielle Programm hinaus in Kontakt.

 

Warum ist Mentoring besonders geeignet für die Generation Y?

Mentoring wird gerne angeführt, wenn es darum geht, die Generation Y mit entsprechenden Personalentwicklungsmethoden abzuholen. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen kann ein Mentor wichtige Bezugsperson in allen Fragen der Karriereplanung sein. Dadurch, dass der Mentor das Unternehmen schon länger kennt, kann er Orientierung geben und dem Mentee hierarchieübergreifend Einblicke in seinen Aufgabenbereich gewähren. Das Feedback des Mentors hilft dem Mentee, sich weiterzuentwickeln - für viele Vertreter der Generation Y ein wichtiger Aspekt bei der Suche nach dem passenden Arbeitgeber. Ein Mentoring-Programm signalisiert den jungen Arbeitnehmern außerdem: Dieses Unternehmen legt Wert auf meine Entwicklung und mich als Arbeitskraft - das stärkt die Bindung und die Loyalität. Nicht zuletzt kann ein Mentoring dazu beitragen, dass die jeweiligen Werte und Einstellungen reflektiert werden und so verschiedene Generationen darüber ins Gespräch kommen - durch das gegenseitige Verständnis kann die Zusammenarbeit vereinfacht und verbessert werden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0