#smwhh: HR-Trends 2014 und inspirierende Talks

Zum Abschluss der Social Media Week möchte ich heute über zwei weitere interessante Veranstaltungen berichten, die ich in den vergangenen Tagen besucht habe: Zum einen eine Podiumsdiskussion über die HR-Trends 2014, auf der HR- und Social Media-Experten darüber diskutierten, was nach Social Recruiting, Mobile, Gamification und Video-Interviews auf Unternehmen zukommt; zum anderen die "Lightning Talks", die gemeinsam von den Hamburg Geekettes und den Digital Media Women veranstaltet wurden und vielen interessanten und inspirierenden Frauen Raum gab, über unterschiedliche Themen zu sprechen. So viel sei vorab verraten: beide Veranstaltungen waren interessant und inspirierend, für mich teilweise ein Eintauchen in eine neue Welt, und auf jeden Fall lohnenswert.

Mittwoch: HR-Talks 2014 - eine Diskussionsrunde auf der Suche nach Trends

Am Mittwoch Abend diskutierten in der MHMK Svenja Teichmann (crowdmedia), Christoph Athanas (metaHR), Jan Kirchner (wollmilchsau) und Tim Pröhm (FlexBase) darüber, welche Trends (oder Nicht-Trends) sie für 2014 im Bereich HR/Social Media sehen. Moderiert wurde die Diskussion von Christoph Fellinger (Beiersdorf).

 

Die größten Probleme, die die Experten aktuell bei Unternehmen sehen, waren die folgenden:

  • Es fehlt an Systematik und Strategie. Gleichzeitig ist Social Media für die HR-Abteilung ein zusätzlicher Workload; spezielle Social Media-Abteilungen gibt es nicht.
  • Gamification im HR-Bereich findet nicht statt; mobiles Recruiting sei schwierig umzusetzen.
  • Die Recruiting-Videos, die es gibt, sind teilweise so grauselig, dass man sich wünscht, sie wären nie entstanden. An dieser Stelle sei nur auf einige Beispiele verwiesen: Praktikums-Hip-Hop eines großen Lebensmittelmarktes, oder auch die Movie Stars aus dem Bankenland...

Die Tipps der Experten

Natürlich war auf dem Podium auch die Expertise vertreten, die weiß, wie es besser geht. Hier einige Hinweise, die gesammelt wurden:

  • Die Personalabteilung mit dem Marketing zusammenbringen - die machen schon seit Jahren, was für die Personaler nun immer wichtiger wird: ihr Produkt im besten Licht darstellen.
  • In Social Media-Aktivitäten auch die Führungsebene und den Rest des Unternehmens einbinden.
  • Themen des Unternehmens sammeln und Benefits, aber auch kulturelle Aspekte und Werte, authentisch vermitteln.
  • Permanent an der eigenen Website arbeiten. Was nützt es, wenn die Fanpage super ist, die Unternehmensseite aber altmodisch und unübersichtlich?
  • Messungen betreiben! Es kann durchaus hilfreich sein zu wissen, woher die Besucher der eigenen Jobbörse kommen und wieviele es sind - die Zahlen liefern außerdem eine wichtige Grundlage in Budgetverhandlungen.
  • Ausdauer: Nicht sofort sammeln sich 1.000 Twitter-Follower, und nicht auf Anhieb lesen regelmäßig Hunderte ein Blog. Hier heißt es: Geduld beweisen.

Kontrollverlust durch Social Media?

Diskutiert wurde über die Frage, ob Social Media auch zu einem Kontrollverlust führt. Man könne ja schließlich nicht steuern, was die Mitarbeiter in den digitalen Netzwerken über ihr Unternehmen sagen. Letztlich, da waren sich alle einig, sei das, ähnlich wie die Frage nach Vertrauensarbeitszeit und Home-Office, eine Kulturfrage. Zudem könne man einiges von der Tourismusbranche lernen und Social Media-Aktivität nur von Mitarbeitern einfordern, die zufrieden sind.

Wichtige inhaltliche Entwicklung: "dieses Authentizitätsding"

Immer wichtiger werde, so Jan Kirchner, dieses Authentizitätsding, also der realistische Blick hinter die Kulissen. (Potentielle) Bewerber sollten die Möglichkeit haben, sich in Echtzeit über aktuelle Entwicklungen zu informieren und sich mit dem (potentiellen) zukünftigen Team zu vernetzen. Als ein gutes Beispiel wurde die Aktion der Allianz "Vorstand sucht Management" genannt. Und vielleicht, so die Kritik an die eigene Nase, sollten Blogger und Berater nicht immer gleich draufhauen, wenn Unternehmen sich darin versuchen. Denn letztlich geht es für Arbeitgeber, neben der Einbindung von Social Media in eine Kommunikationsstrategie, vor allem darum, Schwellenangst abzubauen und loszulegen - und manchmal sind vielleicht ja auch etwas peinlich anmutende Aktionen trotzdem authentisch?

 

Donnerstag: Lightning Talks

Die Hamburg Geekettes und die Digital Media Women haben dann gestern Abend zu den "Lightning Talks" bei Xing geladen. Acht kurze Vorträge von acht ganz unterschiedlichen Frauen haben informiert, inspiriert, zum Lachen und auch zum Nachdenken gebracht. Dank Yeli zum Beispiel weiß ich jetzt, was sich hinter UX Design verbirgt; Kathrin stellte das Projekt Iron Blogger Hamburg vor (für alle Blogger, die die ultimative Motivation brauchen - Bier); Anna und Céline berichteten über ihre jeweiligen Erfahrungen im Crowdfunding; Marie stellte das tolle Projekt AppCamps für SchülerInnen vor; Franziska demonstrierte und erklärte dann auch, wie man erfolgreich pitcht; und Anastasia berichtete von andersStark - einem beeindruckenden Projekt, das sich auf vielfältige Weise für Frauen mit körperlichen Beeinträchtigungen einsetzt. So unterschiedlich die Talks auch waren, jeder einzelne war spannend und lehrreich. Eine großartige Veranstaltung, die es meiner Meinung nach ruhig öfter geben sollte... Danke an die Veranstalterinnen!

 

Und damit...

...geht meine erste Social Media Week zu Ende. Beim nächsten Mal werde ich sicherlich wieder dabei sein - #smwhh15, ich freu mich drauf!

 

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